VORKOMMENDE FOSSILIEN
Während der Grabungen konnten vor allem Fossilien von Wirbeltieren (Vertebraten) geborgen werden. Hierbei handelt es sich um Knorpel- (Chondrichthyes) und Knochenfische (Osteichthyes). Wobei die Klasse der Knochenfische in deutlich höherer Anzahl gefunden wurde. Besonders hervorzuheben ist das gehäufte Auftreten von Quastenflosser-Resten. Neben den Wirbeltierfossilien konnten auch Fossilien von Wirbellosen (Invertebraten) Arten gefunden werden, wobei es sich um Kopffüßer (Cephalopoden) und Muscheln (Bivalvia) handelt. Zusätzlich zu den Tier-Fossilien ließen sich auch Reste verschiedener Pflanzen, Fischkot (Koprolithen) und Grabgänge (Thalassionoides) bergen.

TIERE
INVERTEBRATEN (Wirbellose)
  

TIERE
VERTEBRATEN (Wirbeltiere)


PFLANZEN


GEOLOGISCHE SITUATION DER FOSSILFUNDSTELLE

Die herausragenden Fisch-Fossilien des Hüggel werden nur in einer etwa 30 cm mächtigen Schicht gefunden, dem so genannten Kupferschiefer. Dieser wird im liegenden vom "Mutterflöz" und im hangenden  vom  "Stinkkalk" begrenzt. Für weitere Informationen über die Lithostratigraphie der Zechsteinablagerungen des Hüggel beachten Sie bitte die geologische Einführung unter der Rubrick "Hüggel".
    
Der Kupferschiefer stellt nach HARMS (1984) lithologisch einen in dünnen Lagen aufspaltenden, bituminösen Mergelschiefer (Schwarzschiefer) dar, der nach neuerer sedimentpetrographischer Ansprache auch als bituminöser Tonmergellaminit (MÜLLER et al. 2017) bezeichnet werden kann. Das Gestein entstand unter anoxischen Bedingungen aus an Schwefelbakterien reichem Faulschlamm (Sapropel), der sich am Grunde des Zechstein Meeres, zur Zeit des oberen Perm, vor 259 Millionen Jahren abgelagert hatte. Bedingt durch die zunehmende Versenkung kam es zu einer diagenetisch bedingten Verfestigung des ehemals weichen Sedimentes, wodurch der Kupferschiefer entstand.

Die anoxischen Bedingungen wie auch die strömungsarmen Verhältnisse spielten eine entscheidende Rolle für die herausragende Erhaltung der heute gefundenen Fossilien. Bedingt durch die Sauerstoffarmut wurden die organischen Überreste nur geringfügig zersetzt und die schwachen Wasserströmungen verhinderten eine mechanische Zerstörung der Tiere und Pflanzen.






Literatur:


HARMS (1984): Kapitel Perm in "Die Geologie des Osnabrücker Berglandes, KLASSEN (1984),
79-114.

HACK (1909): Der Teuteburger Wald südlich von Osnabrück, Diss. Univ. Göttingen, 78 S.

MÜLLER (2017): Grabung im Kupferschiefer des Hüggel bei Hasbergen nahe Osnabrück, 1. Teil: Die Grabungskampagne 2016 oder "Fische fangen auf dem Berg", in: Der Steinkern, Heft 28, S. 14-27.