MINERALIEN DES HÜGGELS
Die am Hüggel auffindbaren Mineralisationen konzentrieren sich vor allem auf die Sedimentgesteine des oberen Perm (Zechsteinbasis), genauer gesagt auf den Kupferschiefer und den darauf folgenden Zechsteinkalk. Die Minerale kommen in Drusen oder auf Kluftflächen vor. Während der Kupferschiefer Fossiliengrabung Hüggel 2016 konnten im Kupferschiefer geringmächtige (< 0.5 cm) Galenit-Gängchen nachgewiesen werden. In den fossilen Hohlräumen einiger Nautiliden konnten zudem Skelettkristalle von Galenit, wie auch Smithsonit aufgefunden werden. Eine zunächst unbekannte Phase stellte sich nach der Untersuchung mit dem Rasterelektronenmikroskop (EDX) als Wulfenit heraus, der somit erstmals im Osnabrücker Bergland nachgewiesen wurde. Am Hüggel befindet sich demnach erst die zweite Fundstelle im gesamten norddeutschen Raum an welcher dieses Mineral auftritt. Das unter dem Kupferschiefer lagernde Mutterflöz (Dolomit-Kalk-Bank) zeigte auf Kluftflächen vereinzelt Quarzkristalle, Dolomit, (Fe/Mn)-Oxide/Hydroxide und Bitumen. Die Paragenese des über dem Kupferschiefer lagernden Zechsteinkalkes ist klar von Calcit dominiert, der häufig in Gängen oder als Drusenfüllungen auftritt. Zudem konnte wiederholt Baryt in Trümmern und als Drusenfüllungen beobachtet werden. Vereinzelt lassen sich im Baryt verwitterte Buntmetallphasen (Chalkopyrit, Pyrit) beobachten. Als weiteres konnte Sphalerit und verschiedenen (Fe/Mn)- Oxide/Hydroxide, Todorokit, wie auch Bitumen in den Drusen des Zechsteinkalkes nachgewiesen werden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass eine genauere Untersuchung der Mineralogie des Hüggel noch weitere, bis heute am Hüggel unbekannte Mineralphasen erbringen wird.



MINERALIEN DES SILBERBERGES
Der Silberberg liegt ca. 1.5 km S/W des Hüggel und baut sich aus Sedimentgesteinen der oberen Zechstein-Formation auf, welche hervorragend durch den Steinbruch Silberberg aufgeschlossen sind. Im Gelände lassen sich der "Plattige Dolomit" im liegenden und der "Massige Dolomit" im hangenden beobachten. Eine Besonderheit des Silberberges ist das gehäufte Auftreten von Baryt in Gestalt von Gängen und Nestern, welche oft tektonisch zerschert wurden. Als weitere Besonderheit ist das Vorkommen von Blei-Zink-Sulfiden (Galenit, Sphalerit) zu nennen, welche in früheren Zeiten aufgrund ihres (geringen) Silbergehaltes Ziel bergbaulicher Tätigkeit waren. Die Blei-Zink-Vererzung ist vorrangig an den "Plattigen Dolomit" gebunden. Die Genese der Buntmetallvererzung des Silberberges lässt sich auf das Emporsteigen hydrothermaler, an Übergangsmetallen angereicherter Fluide, im Bereich von Störungszonen zurück führen. In oberflächennahen Bereichen kam es dann zur Ausscheidung von Schwermetallsulfiden und Baryt. Für weitere Informationen sei hier auf die Arbeiten von SCHREYER (1968) und STADLER (1971) verwiesen.

Ausgehend von den primären Sulfiden kam es bedingt durch die Interaktion mit Oberflächenwasser im Bereich der Oxidationszone zur Bildung von Sekundärmineralien in Lösungshohlräumen des "Plattigen Dolomits". Trotz ihrer geringen Grösse (wenige mm) sind diese Aufgrund ihrer perfekten Kristallausbildung ein Kleinod des Hüggel-Höhenzuges. Aber machen Sie sich selbst ein Bild.




Literatur:

SCHREYER (1968): Lagerstättenkundliche Untersuchungen an hydrothermalen Vererzungen im Osnabrücker Raum. Diss. Univ. Münster, 150 S., (unveröffentlicht).

STADLER (1971): Die Vererzung im Bereich des Bramscher Massivs und seiner Umgebung. Fortschr. Geol. Rheinld. u. Westf., 18: 439-500.