GEOGRAPHISCHE LAGE
Als Hüggel wird ein Höhenzug  bezeichnet, welcher auf niedersächsischem Gebiet direkt an die Gemeinde Hasbergen (Landkreis Osnabrück) angrenzt. Dieser befindet sich etwa 7.5 km SSW von Osnabrück und gehört somit zum "Osnabrücker Bergland". Der Höhenzug Hüggel setzt sich aus mehreren Erhebungen zusammen, wobei sich der Kernbereich aus Hüggel (225.6 m), Heidhorn-Berg (180.2 m), Roter Berg (108.0 m) und Silberberg (179.8 m) aufbaut. Weiter im Norden folgt dem Höhenzug Hüggel das Wiehengebirge und nahe gelegen im  Süden, der Höhenzug des Teutoburger Waldes.

GEOLOGIE
Geologisch gesehen handelt es sich beim Hüggel um einen von drei in der Region vorkommenden Karbonhorsten, neben Schafberg und Piesberg. Das heisst, dass dort bedingt durch tektonische Prozesse Gesteine der oberen Karbonzeit als älteste zu Tage treten. Als weiteres lassen sich Gesteine der Zechstein Zeit (oberes Perm),       wie auch Buntsandstein (Trias) und jurassische Gesteine im Feld beobachten wie man der geologischen Karte von HACK (1909) entnehmen kann. Eine besondere Bedeutung kommt hierbei den zechsteinzeitlichen Ablagerungen zu. Diese sind zum einen Träger des in früherer Zeit abgebauten  Eisenerzes und enthalten außerdem die berühmten Fossilien aus dem Zechsteinmeer. Aus diesem Grund wird nachfolgend die lithostratigarphische Abfolge des Zechsteins näher beschrieben. Ausgehend von den unterlagernden Karbon-Konglomeraten lassen sich im Hüggel-Gebiet "Zechstein-Konglomerat", "Mutterflöz", "Kupferschiefer" und "Zechsteinkalk" als aufeinander folgende Ablagerungen des unteren Zechsteins beobachten. Die Zechsteinkalk-Formation kann weiter, ausgehend vom Kupferschiefer zum hangenden in "Stinkkalk" und "Zuschlagkalk" untergliedert werden. Der mittlere bis obere Zechstein wird -vom liegenden zum hangenden- von der "Großbrekzie",  dem "Massigen Dolomit" und dem "Kavernösen Kalk" gebildet. Die Großbrekzie lässt sich laut HACK (1909) auf die Lösung von Sulfatgestein zwischen Zechsteinkalk und plattigen Dolomit zurückführen.

Die früher wirtschaftlich bedeutende Eisenvererzung befand sich unmittelbar im Kontaktbereich zwischen Stinkkalk und Zuschalgkalk und ist heute in den Oberflächen nahen Bereichen weitestgehend abgebaut. Um mehr über die Fe-Lagerstätte des Hüggels zu erfahren verweisen wir Sie auf die Rubrik "Mineralogie".  


Für weitere Informationen über die lithostratigraphische Situation des Hüggel ist das Werk von Klassen, Geologie des Osnabrücker Berglandes (1984) sehr zu empfehlen.

Geologische Karte nach HAACK (1935). Dem Autor ist ein kleiner Fehler
unterlaufen, da es sich am  Jägerberg  um  Muschelkalk  und  nicht  um
Unterkreide handelt (Anmerkung C.P. Gödecke)

 


BERGBAUGESCHICHTE
Über einhundert  Jahre lang, von Mitte 19. bis Mitte 20. Jahrhundert, wurde am Hüggel Eisenerz industriell abgebaut. Aus den davor liegenden Zeiten sind diverse nachgewiesene bergbauliche Aktivitäten überliefert, die sich auf die Gewinnung von Eisen aber auch auf Silber beziehen.  Namentliches Zeugnis für das Letztere ist der Silberberg. Schöne alte Sagen erinnern ebenfalls an den Bergbau frühester Zeiten. Gebietsmäßig gehörte der Hüggel bis zur Gemeindereform 1971 zu den Gemeinden Ohrbeck und Hasbergen. Der Grundstock des industriellen Bergbaus wurde 1836 mit der Errichtung der Beckeroder Hütte in Hagen gelegt. Ab 1856 übernahm der neu gegründete Georgs-Marien-Hüttenverein den Eisenerzbergbau mit der Errichtung der ersten zwei Hochöfen in Malbergen, die 1858 in Betrieb gingen. Der Transport des Erzes vom Hüggel zur Georgsmarienhütte erfolgte zunächst auf beschwerlichen Wegen mit Pferdefuhrwerken. Zur Verbesserung der Rentabilität wurde 1864/65 die Hüggelbahn gebaut, deren Endstation am heutigen Parkplatz Roter Berg lag. Der Abbau des Erzes erfolgte im Tagebau sowie im Tiefbau bis zu 80 Meter. Der Tagebau fand  in von eins bis fünf bezeichneten Bereichen statt. Für den Tiefbau teufte man Schächte ab, die folgende Namen trugen: Luise, Ida, Kielmannsegge, Mathilde, Anna und Augusta. Der noch heute gut bekannte und als Gebäude bestehende Augustaschacht diente ausschließlich zur Entwässerung. Die Relikte des Tagebaus sind jetzt noch als Vertiefungen gut erkennbar. Weiterhin sind Fundamente von Bremsbergen vorhanden, von denen einige gut erreichbar am geologischen Lehrpfad liegen und dort beschrieben sind. Schon lange als besondere Attraktion bekannt ist der sogenannte „Silbersee“ am Südhüggel, der allerdings ein Kalksteinbruch war. Hier wurde von 1927 bis 1937 der Muschelkalk als Zuschlag für die Hochöfen des Hüttenwerkes gewonnen. Dieser wurde mit einer Seilbahn über den Berg zur Nordseite transportiert  und dort in die Hüggelbahn verladen. Als der Kalkvorrat erschöpft war, baute man zur Sicherung der Versorgung eine neue Seilbahn von Ohrbeck aus zum erschlossenen Steinbruch Holperdorp bei Lienen. (WW)